Viel Wind im Havenhostel

Was da unter der Überschrift „Energieversorgung im Wandel der Zeit“ als Vortragsveranstaltung mit Podiumsdiskussion jetzt in Cuxhaven lief war eine ziemlich windige Sache, denn eingeladen hatte der „Bundesverband Erneuerbare Energie“.

Es trafen sich vor allem die, die vom Subventionskuchen der „erneuerbaren Energien“ sowohl politisch als auch geschäftlich ein möglichst großes Stück abhaben wollen, und da der Appetit groß ist, wollte man das möglichst nicht „gedeckelt“ haben. In netter Atmosphäre und schönem Wetter, was einen wunderbaren Blick von der Dachterrasse über Stadt und Hafen ermöglichte, lief dann der bekannte Film „Des Kaisers neue Kleider“, ein immer wieder beliebtes Stück, und ich hatte dann die Aufgabe des kleinen Jungen, der dann rief „der ist ja ganz nackt“, bzw. konkret, „liebe Leute, das sind ja alles Illusionen, da funktioniert auch nach 20 Jahren Subventionitis nichts“, und das wurde, wie im Märchen, nur indigniert zur Kenntnis genommen.Auf einem Papier wurden dann die Positionen der vier Partien farbig dargestellt, allerdings hatte man zwei Farben „vergessen“, nämlich dunkelrot und hellblau.

 

Es gab einige kleine Vorträge, auffallend war die Einleitung, da wurde an Hand von Diagrammen erläutert, dass die Vogelwelt proportional mit der Zunahme von Windenergieanlagen ständig wächst, Lachsalven dazu blieben aus, einige nahmen das wohl wirklich ernst, es wurde aber auch nicht erläutert, für wie viel Geld man so ein „Gutachten“ gekauft hatte. Weitere kleinere Vorträge mit technischen Details, im wesentlichen richtig und eben gründlich am eigentlichen Thema vorbei. In einem Vortrag wurde ernsthaft und breit erläutert, dass man so etwas wie Speicherung doch gut gebrauchen könnte (als ob das nicht jeder ohnehin schon weiß), nur die entscheidende Frage, wie viel Speicherung braucht man denn wirklich und was würde das kosten, das Thema hat man vorsichtshalber lieber nicht angeschnitten.
Dann kam die Podiumsdiskussion, eingeladen waren die Direktkandidaten, allerdings, Linke und AfD hatte man „vergessen“. Die bekannten Phrasen, die brauchen wir hier nicht zu wiederholen. Die Grüne legte wiederholt kräftig los und drosch das bekannte weltfremde Gespinst. Bei allen kam immer wieder durch, man müsse doch nun die „Marktpositionen“ entwickeln, die Markt-Modelle sind doch das Versprechen der Zukunft, und die ist rosig. Als der Vertreter der FDP dann konkreter wurde und andeutete, dass man nun von den Zwangs-Instrumenten wegkommen müsse und tatsächlich auch in der Energieversorgung Markt gestalten müsse, kam eher Unmut auf, höchstens auffällig spärlicher Beifall. Den Beteiligten ist wohl trotz aller besoffenen Euphorie unterschwellig instinktiv klar, wenn man wirklich Marktwirtschaft durchsetzt, dann ist das das Ende der „Erneuerbaren“.
Anschließend konnte ich noch Enak Ferlemann in einem kurzen Gespräch persönlich erreichen, und da kamen auch merkwürdige Äußerungen, einerseits meinte er ganz ernsthaft, Wind off-shore sei „grundlastfähig“, siehe hierzu auch den Brief, den ich dann an Ferlemann gerichtet habe. Andererseits hat er dann noch das bekannte Märchen aufgetischt, in Norwegen würde man die deutsche Energiewende retten, beides ein Unfug, der immer wieder auftaucht. Dabei hat er ganz übersehen, dass die deutschen Truppen Norwegen 1945 verlassen haben, ohne einen gewissen militärischen Druck werden es sich die Norweger nicht gefallen lassen, ihre schönen Speicherseen in stink-hässliche Pump-Speicher-Kraftwerke umzuwandeln. Übrigens brauchen wir 11.000 davon, Deutschland hat zur Zeit 35. Allein Goldisthal hatte eine Bauzeit von 7 Jahren, bitte mal nachrechnen, da brauchen wir ja nur noch 77.000 Jahre. Für große Vorhaben braucht man eben etwas Geduld, die Hoffnung stirbt zuletzt, die Energiewende ist doch unsere Herzensangelegenheit (mit Verstand hat das weniger zu tun)!
Man wundert sich schon, dass Leute mit solch fataler Unkenntnis von den Parteien präsentiert werden, die sich auch noch selbst für Fachleute halten. Alles zusammen kein Märchen und auch ohne jeden Unterhaltungswert, es ist einfach reines Absurdistan, ein richtiges Irrenhaus.

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Hier der offene Brief an Enak Ferlemann.

Sehr geehrter Herr Ferlemann,

danke für das kurze Gespräch am Ende der Veranstaltung im Hafenhostel.

Wenn Sie sagen, „off-shore“ ist grundlastfähig“, dann frage ich mich, wer Ihnen das so dargestellt hat. Das stimmt natürlich nicht. Die Wind-Verhältnisse auf See sind nicht grundsätzlich verschieden von denen an Land, die Intensität ist etwas höher, die Schwankung ist aber die selbe und kann es nicht anders sein, und die Flauten gibt es genau so. In der alten Seefahrt waren übrigens Flauten mehr gefürchtet als Stürme, gegen Stürme war die alte Technik einigermaßen gerüstet, wenn eine Flaute kam und das Schiff für mehrere Tage an derselben Stelle lag, dann war man hilflos. Das ist allerdings in der Moderne mit dem Windstrom auch nicht anders. Bei Starkwind übrigens müssen die Anlagen abgescaltet werden, aus Sicherheitsgründen, dann ist der Ertrag null.

Einigermaßen korrekte Angaben erhalten Sie von Agora (Agorameter), das sind die Energiewende-Fans. Es sind allerdings nur die Stundenwerte dargestellt, wenn man Viertelstundenwerte darstellt, ist die Schwankung (Volatiliät) noch größer.
Beispiel: 16. Jan.2017, 0 Uhr: 0,002 GW,
27, Jan. 2017, 8 Uhr: 3,296 GW
eine Schwankung um den Faktor 1.650,
mit anderen Worten, das Ergebnis schwankt zwischen Höchstwerten und Werten unter einem Promille.
Die aktuellen Werte sieht man sehr schön wenn man das on-line betrachtet.
https://www.agora-energiewende.de/de/themen/-agothem-/Produkt/produkt/76/Agorameter/
In dem Diagramm im Anhang kann man erkennen, 4 Tage im Januar 2017, es gibt Tage mit viel Wind, 4. Januar, und Tage mit wenig, 6. Januar, die Tendenz ist bei on-shore und off-shore vollkommen gleich und kann es auch nicht anders sein.

Es kommt ferner noch die Aerodynamik des Flügels hinzu (die kann man politisch nicht ändern). Der Ertrag geht mit der dritten Potenz der Windstärke. Das bedeutet, sinkt die Windstärke vom optimalen Wert auf die Hälfte, dann sinkt der Ertrag auf ein Achtel, es bleibt also fast nichts mehr übrig. Der Ertrag schwankt also sehr viel stärker als die gefühlte Windstärke.

Ich kann Ihnen nur anbieten, Sie gelegentlich fachlich zu beraten. Dann muss man sich nicht blamieren.
Wenn man sich fachliche Flöpse leisten will, das sollte man besser den Grünen überlassen, die können das professionell. Die Grüne an dem Abend hat ja nur Blödsinn gequasselt. Das braucht man da so.

Eine gute Information liefert das Buch: „Strom ist nicht gleich Strom“ von Limburg, Geleitwort dazu von Ihrem Kollegen Arnold Vaatz. Man sieht, auch bei der CDU ist nicht jede Hoffnung verloren.

Ansonsten lief an dem Abend der Film „Des Kaisers neue Kleider“, immer wieder ein beliebter Streifen. Ich hatte dabei die Rolle des kleinen Jungen, der das aussprach, was alle andern auch sehen, „der ist ja ganz nackt !“

Fazit: die Chance der Erneuerbaren steht und fällt mit der Speicherung, da man volatilen Strom im Netz nicht gebrauchen kann. Die Speicherung liegt nach 20 Jahren EEG nahe bei null. Ich kann nicht erkennen, dass es eine Chance gibt, das zu ändern. Wenn das so ist, dann sollte man nicht „deckeln“, sondern einfach nur einpacken. Alles andere ist verantwortungslos.

Freundliche Grüße,
Peter Würdig,
Direktkandidat im Wahlkreis 29

2017-08-26T23:42:05+00:00 August 26th, 2017|

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