Die AfD Kreisfraktion fordert den Landrat auf, die aufgrund der Ausbreitung des Wuhan-Virus erlassenen Verfügungen nicht mehr zu verlängern, sondern stattdessen konsequent auf Schutzmaßnahmen wie Mundschutz, Händedesinfektion bzw. Handschuhe, Hygiene, Abstand, Begrenzung der Personenzahl, usw. zu setzen. Insbesondere das für die Eigentümer geltende Verbot der Zweitwohnungsnutzung ist ein nicht mehr zu rechtfertigender Eingriff.

Die Fallzahlen zeigen deutlich, dass der Landkreis Cuxhaven nur in einem geringen Umfang betroffen ist. Die aktuell etwa 40 Fälle pro 100.000 Einwohner liegen weit unter dem Bundesdurchschnitt (etwa 150), die bedauerlichen knapp 2 Todesopfer pro 100.000 Landkreisbewohner sind ebenfalls deutlich weniger als deutschlandweit (knapp 4). Die Grippewelle im Jahr 2017/2018 hat in Deutschland laut einer im Ärzteblatt veröffentlichten Schätzung rund 25.100 Menschen das Leben gekostet, was einem Wert von etwa 30 pro 100.000 Einwohner entspricht.

Als Begründung für diese, die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger sehr stark ein-schränkenden Maßnahmen wurde angegeben, dass die Ausbreitung des Wuhan-Virus dadurch verlangsamt wird, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet wird und jederzeit alle Erkrankten die benötigte medizinische Behandlung erhalten können. Von Wissenschaftlern wurde häufig angeführt, dass es ohne diese Maßnahmen zu einem exponentiellen Anstieg der Fallzahlen kommen würde.

Ein Blick auf die Zahlen anderer EU-Länder zeigt, dass es dazu nicht kommt. Großbritannien wurde mehrfach kritisiert, weil es die entsprechenden Maßnahmen deutlich später ergriff. Mit aktuell (Stand 15.04.) etwa 140 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegt es aber noch unter dem Wert von Deutschland (ca. 150). In Schweden sind bis zum heutigen Tag Restaurants und Geschäfte geöffnet, dennoch ist die Fallzahl mit etwas über 110 vergleichsweise niedrig. Belgien ergriff manche Maßnahmen noch vor Deutschland, hat mit über 270 dennoch fast doppelt so viele Fälle. Man kann argumentieren, dass Schweden aufgrund der geringeren Bevölkerungsdichte nicht mit Deutschland vergleichbar sei. Sicher aber doch mit seinem Nachbarland Norwegen, das sich für ein Herunterfahren der Wirtschaft entschieden hat und dennoch auf eine ganz ähnliche Fallzahl (ca. 120) kommt.

Die Fallzahlen geben aufgrund der unterschiedlichen Anzahl an durchgeführten Tests nur eine Orientierung, etwas belastbarer ist die Anzahl der bedauerlichen Todesfälle. Auch bei diesen ergibt sich kein ersichtlicher Zusammenhang zu den ergriffenen Maßnahmen. Deutschland hat mit etwa 4 pro 100.000 einen sehr erfreulich niedrigen Wert, Schweden und Großbritannien liegen deutlich darüber. Allerdings Schweden mit nur ganz wenigen Einschränkungen mit 10 deutlich niedriger als Großbritannien mit 18. Belgien ergriff einige weitreichende Einschränkungen noch vor Deutschland, belegt mit 36 aber neben Spanien und Italien einen traurigen Spitzenplatz in Europa.

So richtig die Befolgung der Empfehlung vieler Wissenschaftler vor etwa einem Monat war, so wichtig ist es jetzt, wo die Zahlen ein anderes Bild zeigen, entsprechend zu reagieren. Andere Länder haben ohne Herunterfahren der Wirtschaft keine signifikant höheren Fallzahlen, die allesamt im Bereich einer alljährlichen Grippewelle liegen. Daher ist die Wirtschaft jetzt deutlich zügiger als beschlossen schrittweise wieder hochzufahren, so spricht aus Sicht der AfD Kreisfraktion nichts gegen eine sofortige Öffnung auch von Geschäften über 800 m² und Friseursalons bei Einhaltung der genannten Schutzmaßnahmen.

https://www.ecdc.europa.eu/en/cases-2019-ncov-eueea