Gebracht hat der Lockdown schon etwas, nämlich zahllose vernichtete Existenzen, unglaubliche Schulden und allgemein einen immensen wirtschaftlichen und auch gesundheitlichen Schaden, weil nicht jeder Mensch seinen wirtschaftlichen Niedergang so einfach wegstecken kann und Einsamkeit eben auch krank machen kann. Der Chef der kassenärztlichen Vereinigung hat aber in dem Punkt Recht, nämlich dass das Herunterfahren von großen Teilen der Wirtschaft und die Grundrechtseinschränkungen in Bezug auf die Fall- und Todeszahlen quasi nichts gebracht haben, diese stiegen und steigen trotz der Maßnahmen stark an.

Überraschend ist das nicht, weil die Maßnahmen nicht zielgerichtet sind. Niemand käme auf die Idee, die niedersächsischen Autobahnen zu sperren, weil in Bayern Falschfahrer unterwegs sind. Die Corona-Politik tut aber genau das. Kinder dürfen nicht mehr in die Schule gehen, obwohl das Virus für die meisten von ihnen kaum eine Bedrohung darstellt. Geschäfte dürfen nicht mehr öffnen, obwohl gute Hygienekonzepte Übertragungen weitestgehend verhindern. In fast menschenleeren Fußgängerzonen und auf einsamen Strandpromenaden herrscht Maskenpflicht, was selbst viele etablierte Politiker hinter vorgehaltener Hand als völlig sinnlos kritisieren.

Es ist ein riesiger Skandal, dass zielgerichtete Maßnahmen bundesweit noch nicht einmal versucht werden, sondern stattdessen die gesamte Wirtschaft an die Wand gefahren wird. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch, beispielsweise gesonderte Einkaufszeiten und individuelle Transporte für Angehörige von Risikogruppen. Das würde dazu beitragen, dass es weniger schwere und tödliche Verläufe gibt.

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