Laut Bundesbank stiegen die Staatsschulden Deutschlands in 2020 um 275 Milliarden Euro auf 2,33 Billionen Euro. Auf die etwa 20 Millionen Bürger umgelegt, die deutlich mehr Steuern zahlen als sie an Leistungen vom Staat erhalten bedeutet das über 100.000 Euro Schulden pro Kopf. Die Schuldenquote (zuvor etwa 60%) beträgt damit nun ca. 70% des Brutto-Inlandsprodukts.

Doch es gibt weit mehr als diese offiziell eingestandenen Schulden. Beispielsweise die so gut wie nicht abgesicherten deutschen Target-2-Forderungen betragen mittlerweile über 1 Billion Euro. Das kann man sich wie einen Überziehungskredit vorstellen: deutsche Waren, Dienstleistungen und Finanzprodukte in dieser Höhe sind mehr in andere Euro-Länder gegangen als umgekehrt. Diese Summe wird immer weiter angeschrieben und wird daher de facto von der Deutschen Bundesbank den Zentralbanken anderer Euro-Länder als zinsloses Darlehen zur Verfügung gestellt. Noch funktioniert dieses System, doch viele Experten sind sich sicher: sobald ein Land aus der Euro-Zone aussteigt ist damit Schluss, dann muss der entsprechende Saldo anteilig vom deutschen Steuerzahler getragen werden.

Auch schießt die Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank immer weiter in die Höhe: Betrug sich im Jahr 2013 noch 174 Mrd. Euro, stieg sie in 2016 auf 349 Mrd. Euro und beträgt aktuell (2020) etwa 569 Mrd. Euro. Auch hier geht es steil bergauf, bald wird sicher auch die Billion überschritten werden und wieder ist vieles kaum bzw. nicht abgesichert, wie beispielsweise Forderungen gegen Zentralbanken überschuldeter südeuropäischer Länder.

Vor Ort sieht es nicht anders aus. Kürzlich hat eine Lokalreporterin die Kooperation im Kreistag aus CDU/FDP, SPD und Grüne in den höchsten Tönen gelobt. Diese etablierten Parteien hätten im Landkreis Cuxhaven Investitionen von 170 Millionen Euro hauptsächlich in Schulen und Sportstätten auf den Weg gebracht und damit Großartiges geleistet. Dabei verschweigt sie aber zwei ganz wichtige Punkte: Von dieser Investitionssumme ist nicht ein einziger Cent durch Einnahmen gedeckt, sondern der langfristige Schuldenstand steigt von etwa 88 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf geplant voraussichtlich 160 Milliarden Euro im Jahr 2024, und darin sind die Verbindlichkeiten aus sogenannten ÖPP-finanzierten Projekten noch nicht enthalten, das heißt weit über 100 Milliarden Euro können da noch draufgerechnet werden. Der andere große, von der AfD Kreisfraktion immer wieder vorgebrachte Kritikpunkt ist, dass die großen Investitionsprojekte meist nicht in einzelnen Gewerken (also in kleine Aufträge „gestückelt“) ausgeschrieben werden, von denen lokale Handwerker profitieren können, sondern im Ganzen als Großprojekte laufen, die praktisch nur von überregionalen Großunternehmen realisiert werden können und damit zu großen Teilen an der heimischen Wirtschaft vorbeigehen. All das findet wieder einmal überhaupt keine Erwähnung in der Wir-schaffen-das-Presse, erfolgreiche Oppositionsarbeit der AfD und eklatante Fehler der etablierten Parteien werden einfach verschwiegen.