Jedoch nur für Besserverdienene

Armin-Paulus Hampel: „Die staatlich geförderte Spaltung der Gesellschaft ist die bittere Konsequenz einer linken Bildungspolitik!“

Jens Kestner: „Staatliche Schulen sollen also integrieren, während PISAStudien und immer mehr Privatschulen den Bildungsunsinn offenlegen!“

Gibt es immer mehr Privatschulen in Niedersachsen, weil Eltern „EliteKinder“ heranzüchten wollen? Wieso kehrt vor allem die Mittelschicht den staatlichen Schulen den Rücken zu und nimmt dafür Schulgelder von 200 bis 1.500 Euro in Kauf? „Mein Kind soll es einmal besser haben!“ ist das Hauptargument, mit dem die Abkehr von staatlichen Schulen begründet wird. Heißt das im Umkehrschluss, dass von staatlichen Grundschulen und Gymnasien wenig Hoffnung auf dieses „bessere Leben“ erwartet wird? Was sind die wirklichen Gründe für teure Schulalternativen, die alleine in Niedersachsen von zirka 60.000 Schülern genutzt werden?

Armin-Paulus Hampel: „Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig hat es 2017 vorgemacht und ihren Sohn zur fünften Klasse auf eine Privatschule geschickt. Diese Entscheidung musste Frau Schwesig wochenlang öffentlich verteidigen, obwohl doch jedem bekannt ist, dass staatliche Schulen, auch in Niedersachsen, oftmals einem Standard genügen, den man wirklich keinem Kind zumuten sollte. Kaputte Fenster, bröckelnder Putz und PISA-Studien sagen alles. Wenn finanzstarke Eltern aufzeigen, was von staatlichen Schulen zu halten ist, spaltet das tatsächlich die Gesellschaft, dokumentiert aber auch, was der Staat unseren Kindern antut, wenn er sie mit Zwangsintegration konfrontiert und das eigentliche Ziel der Schulen, Wissen zu vermitteln, sabotiert!“ so Hampel.

Jens Kestner: „Man mag es nicht glauben, aber in China werden mehr Waldorf-Schulen gegründet als sonst irgendwo auf der Welt. Man möchte Musik, Kunst, Spaß am

Jens Kestner Mitglied des Deutschen Bundestages
Lernen und Wissen vermitteln. Dass kulturelles Lernen hier in Deutschland kaum noch möglich ist, weil Lehrkräfte ihre Zeit damit nutzen müssen, gerade in Großstädten Schülern die deutsche Sprache zu vermitteln, während eine ganz bestimmte Schüler-Klientel über Tische und Bänke springt, wenn sie überhaupt am Unterricht teilnimmt, ist kein Geheimnis. Staatliche Schulen müssen integrieren, während PISA-Studien beweisen, wo die Defizite liegen. Ich bedauere, dass Schul-Alternativen Geringverdienern nicht zur Verfügung stehen, verstehe aber den Wunsch der Besserverdienenden, ihre Kinder dem Zugriff staatlich linksgedrillter Schulen zu entziehen!“ konstatiert Kestner.