Kindesmissbrauch – dann das Unfassbare

++Pressemitteilung++
Armin-Paulus Hampel und Jens Kestner, niedersächsische AfD-Bundestagsabgeordnete, zum ersten Urteil im Fall Lügde, bei dem ein Angeklagter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde.
Kindesmissbrauch: Schnell gestehen – und ab in die Freiheit?
Armin-Paulus Hampel: „Was geht im Kopf einer Richterin vor, die einen pädophilen Missbrauchstäter mit einer Bewährungsstrafe wieder in die Gesellschaft von Kindern entlässt?“
Jens Kestner: „Immer mehr Urteile in Niedersachsen sind für die Bevölkerung unbegreiflich und für die Täter ideal, um Folgetaten zu begehen!“
Laut Statistik des Bundeskriminalamtes 2018 gab es 13.683 Fälle registrierten Kindesmissbrauchs deutschlandweit. In Niedersachsen wurden alleine in der ersten Jahreshälfte 2018 über 700 Fälle gemeldet, von denen 215 Taten als „schwerer sexueller Missbrauch“ eingestuft wurden. Die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher, was es nahezu unerträglich macht, an das Leid der Kinder und die oft lebenslangen Folgen zu denken. Das am 17. Juli 2019 ergangene Urteil gegen einen Niedersachsen, der im Zusammenhang mit dem Fall Lügde verurteilt wurde, ist daher umso unverständlicher. Es wurde getrennt von der Verhandlung gegen zwei Hauptangeklagte gefällt, die wegen schweren Missbrauchs in mehr als 1.000 Fällen gegen mindestens 40 Kinder angeklagt sind. Der Niedersachse, der über Jahre hinweg über 42.000 Videos und Fotos kinderpornografischen Inhalts hortete und aktiv online bei Missbräuchen von Kindern anwesend war, wurde zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Bei einer inzwischen jungen Frau, einem damaligen Opfer, löste dieses Urteil absolutes Unverständnis aus.
Armin-Paulus Hampel:
„Das nachlässige Vorgehen des Jugendamtes Hameln, das im Fall Lügde viele Vorwürfe eingeräumt hat, trägt auch eine Mitschuld am Leid der vielen missbrauchten Kinder, ist aber nur eine von mehreren verantwortlichen Instanzen.
Jens Kestner
Mitglied des Deutschen Bundestages
Was mich dabei besonders ärgert, ist, dass gerade in Niedersachsen immer wieder Urteile von Gerichten gefällt werden, die nicht nur die Opfer, sondern auch die gesamte Bevölkerung den Kopf schütteln lassen. Was geht im Kopf einer Richterin, wie im Fall Lügde, vor, die bei einem offenbar stark pädophilen Täter davon ausgeht, dass dieser Mann „nicht gefährlich pädophil“ sei und deshalb wieder in die Gesellschaft, also auch in die Gesellschaft von Kindern, zurückkehren darf? Die Frage muss erlaubt sein, wie dieses Urteil ausgefallen wäre, wenn denn eines der betroffenen Kinder das Kind der Richterin gewesen wäre? Frei herumlaufende Kinderschänder sind, statistisch gesehen, bald wieder Sexualstraftäter. Gerichte, die dies nicht berücksichtigen, tragen auch an jeder weiteren Tat eine Mitschuld!“ stellt Hampel fest.
Jens Kestner:
„In Niedersachsen muss man wohl für 2018 von mehr als 1.400 Fällen sexuellen Missbrauchs gegen Kinder ausgehen. Da ist es schon dramatisch, dass sich das erste ergangene Urteil im Fall Lügde in eine Vielzahl von mir unbegreiflichen Urteilen in Niedersachsen einreiht. Im vergangenen Jahr wurde im Landkreis Verden gegen einen 51jährigen Mann wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes eine Haftstrafe von 2 Jahren und neun Monaten verhängt. In der Berufungsverhandlung wurde der Mann dann mit einer Bewährungsstrafe in die Freiheit entlassen. Und nun wieder eine Bewährungsstrafe, nur, weil es ein „Geständnis“ des Täters gab, obwohl die Beweislage gegen den Täter absolut eindeutig war. Diese Urteilsbegründung zeigt, wie schwach und inkonsequent in Niedersachsen gegen Kinderschänder vorgegangen wird – und das erste Urteil im „Lügde-Fall“ bestätigt dies!““ konstatiert Kestner.
18.07.2019