Wäre der eigene Austritt in Wolfsburg lohnend?

Jens Kestner, MdB, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
++Pressemitteilung++
Wolfsburg: Ein IG-Metall-Sekretär und die Demokratie
Jens Kestner, AfD, zu den Rauswurf-Phantasien des Gewerkschafters Fährmann
„Der Wolfsburger Gewerkschaftssekretär Joachim Fährmann droht ‚aktiven AfD-Kadern’ mit dem Rauswurf aus der IG-Metall, ‚wenn es nicht anders geht’, wie er in einer Eröffnungsrede zu einer Anti-AfD-Ausstellung im Gewerkschaftshaus seiner Stadt letzte Woche sagte. Dass er diese Rauswurf-Phantasien ausgerechnet vor den Ausstellungs-Initiatoren, der ‚Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), verkündete, spricht Bände und wirft ein bezeichnendes Licht auf sein zwiespältiges Verhältnis zur Demokratie. Denn die VVN-BdA wird seit ihrer Gründung in den 1950er Jahren sogar vom bundesdeutschen Verfassungsschutz als ‚linksextrem beeinflusste Organisation’ eingestuft (!), und sie wurde bis zur Friedlichen Revolution 1989 erheblich durch die DDR finanziert. Wer sich in dieser linkstotalitären Formation gegen Gewerkschaftsmitglieder meiner Partei zu profilieren versucht, hat spätestens dann seine Glaubwürdigkeit als Demokrat verloren!“ Das erklärte Jens Kestner, AfD-Bundestagsabgeordneter aus dem niedersächsischen Northeim und Mitglied im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, heute in Berlin.
Kestner: “Viele AfD-Mitglieder engagieren sich gewerkschaftlich“
„Deswegen sei dem Gewerkschaftsfunktionär Fährmann der IG-Metall ins Stammbuch geschrieben: Demokratie heißt Herrschaft auf Zeit. Wenn die Bevölkerung aufgrund berechtigter Kritik am Regierungshandeln der bisherigen Machtinhaber in zunehmendem Maße eine junge Oppositionspartei wählt, wie meine AfD, weil sie mit den Fehlleistungen der Altparteien nicht mehr einverstanden ist, so zeigt dieser Vorgang die klare Funktionsfähigkeit einer parlamentarischen Demokratie an. Echte Parlamentarier setzen sich dann mit den Argumenten der Opposition auseinander. Überzeugte Demokraten versuchen, ihrer Ansicht nach falsche
Jens Kestner
Mitglied des Deutschen Bundestages
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Zielvorstellungen zu widerlegen und suchen den demokratischen Dialog zwischen den unterschiedlichen Auffassungen über wichtige Zukunftsaspekte in der Politik, und das auf allen Ebenen. So sähe echte, gelebte Demokratie aus. Und dazu gehören auch Auseinandersetzungen im innerbetrieblichen Bereich – zwischen Arbeitnehmern und Unternehmern. Nicht umsonst engagieren sich viele AfD-Mitglieder gewerkschaftlich.“
„Rauswurf-Phantasien sind erschreckende Zeichen der Schwäche“
Doch Diskussionen mit gewerkschaftlich organisierten AfD-Mitgliedern finden allerdings immer weniger, bzw. überhaupt nicht mehr statt. Wenn man gute oder gar bessere Argumente als Gewerkschaftler gegen meine Partei ins Felde führen könnte und nicht nur linke Klassenkampf-Phrasen des 19. Jahrhunderts, dann müssten diese in ergebnisoffenen Gesprächen an- und ausgesprochen werden. Doch: Wer als angeblicher Arbeitnehmer-Vertreter anderen Gewerkschafts-Kollegen mit Rauswurf aus seiner Organisation droht, hat ein massiv gestörtes Demokratie-Verständnis. Solche Phantasien sind immer ein Zeichen von Schwäche! Wegen der zunehmenden Stärke der AfD bei unseren Wähler in Ost und West, bekommen offenbar Repräsentanten der alten Machtkartelle in der BRD, unter ihnen Parteien und Interessenverbände, das anti-demokratische ‚Fracksausen’. Dabei ist die ganze oder teilweise Ablösung alter Eliten durch neue und junge Kräfte, ein ganz normaler politischer Vorgang in einer rechtsstaatlich verfassten Demokratie. Daran sollte auch ein Gewerkschaftsfunktionär der IG-Metall aus Wolfsburg einmal in Ruhe nachdenken!“
„IG-Metall hat null Probleme mit SED-Nachfolgepartei ‚Die Linke’“
„Interessant und bezeichnend für das Agieren unserer Gewerkschaften ist des Weiteren, dass sie bei Mitgliedern der SED-Nachfolgepartei ‚Die Linke’ nicht im Entferntesten an Distanzierung bzw. Rauswurf denken. Und das, obwohl die ehemalige Diktaturpartei die mitteldeutsche ‚Arbeiterklasse’, um einmal auf deren Klassenkampf-Jargon einzugehen, jahrzehntelang in vielfältiger Weise ausgebeutet, drangsaliert und auf sie bei ‚unerlaubtem’ Grenzübergang von Deutschland nach Deutschland geschossen hat. Hier schossen Grenztruppen im Auftrag der SED! Weitgehend ausgeblendet wird auch seitens unserer Gewerkschaftsfunktionäre, dass es die SED war, die in 100.000en von Fällen unsere mitteldeutschen Landsleute ausspioniert, zersetzt und ins Gefängnis gebracht hat. Von den Aktionen der Stasi gegen antikommunistische Gewerkschafter in Westdeutschland einmal ganz zu schweigen. Zentraler Befehlshaber für alle diese totalitären Unterdrückungsmaßnahmen war nicht etwa die Stasi, es war die SED, die sich heute ‚Die Linke’ nennt! Während man der 2013 gegründeten AfD
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ständig irgendwelche abstrusen NS-Bezüge zum vor über 70 Jahren Gott-sei-Dank untergegangenen 3. Reiches andichtet, ist die personelle und programmatische Kontinuität von der verbrecherischen SED zur ‚Linken’ tagtäglich mit Händen zu greifen.“
Berlin, 25.11.2019